Februar 10
Licht ist nichts weniger als die Grundlage des Kinos. Die Lichtgebung und Lichtführung beim Filmemachen geht dabei weit über den technischen Aspekt hinaus. Licht ist ein grundlegendes Thema des Kinos in dramaturgischer, narrativer und inszenatorischer Hinsicht. Vermittels heller Ausleuchtung einerseits und minimaler Beleuchtung andererseits, durch Schatten und das Spiel zwischen Hell und Dunkel werden Geschichten, Stimmungen, Emotionen ohne Worte erzählt.
1927 debütierte F. W. Murnau in Hollywood mit dem visuell meisterhaft erzählten SUNRISE (1. & 7.2., am Klavier: Eunice Martins). Eine mondäne Stadtschönheit verführt einen jungen Dorfbewohner und überredet ihn, seine Frau zu töten, um fortan ungestört mit ihm zusammen sein zu können. Liebestrunken willigt er ein, seine Frau auf einer Bootsfahrt zu ertränken, kommt jedoch im letzten Moment wieder zu sich. In einer Gefühlsaufwallung fährt das wieder verliebte Paar in die nah gelegene Stadt. Glücklich und ausgelassen erleben sie die Möglichkeiten der von der Elektrizität hell erleuchten Stadt, geben sich den Vergnügungen von eleganten Cafés, vornehmen Friseursalons und Ballsälen hin. Traumgleich gehen Realität und Visionen übergangslos ineinander über. Der Höhepunkt dieser magisch fließenden Inszenierung ist ein nahtloser Übergang von der Stadt zum Land.
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im Februar 10
Der 1960 geborene Brillante Mendoza ist einer der interessantesten und international erfolgreichsten Protagonisten des ungemein vitalen philippinischen Gegenwartskinos. Mendozas Filme entstehen weitgehend außerhalb der kommerziellen Filmindustrie und fühlen sich einer ungeschönten und realistischen Darstellung der zeitgenössischen philippinischen Gesellschaft verpflichtet. Sein Interesse gilt jeweils einem genau umrissenen Raum, von dem ausgehend er dichte Beschreibungen des Alltags liefert – Räume, die nicht nur den Hintergrund für seine Geschichten liefern, sondern vielmehr selbständige Handlungsträger sind, sei es das Pornokino in SERBIS, die beengten Wohnungen und Gassen der Slums von Manila in TIRADOR oder der Massagesalon in MASAHISTA. Der räumlichen Begrenzung folgt die zeitliche. Die meisten seiner Filme spielen sich an einem einzigen Tag ab und durchdringen mit großer Genauigkeit das Leben ihrer Protagonisten. Den banalsten Alltagsverrichtungen lässt Mendoza ebensoviel Aufmerksamkeit zukommen wie den dramatischen und tragischen Situationen, die sich höchst unspektakulär aus eben diesem Alltag ergeben. Mendozas Kino ist ein sehr physisches und von einer Nähe und Durchlässigkeit gegenüber allen Facetten des Lebens geprägt.
Erst 2005, mit 45 Jahren, drehte Mendoza seinen ersten Film, nachdem er vorher lange Jahre als Filmausstatter auf Sets von Film- und TV-Produktionen und Theaterproduktionen gearbeitet hatte. Mit enormer Produktivität sind in den nur vier Jahren seit seinem Erstling acht abendfüllende Filme entstanden. Letztes Jahr war er gleich auf zwei der wichtigsten Filmfestivals vertreten: im Frühjahr mit KINATAY in Cannes, im Herbst mit Lola in Venedig.

